Schwalbenfreundliches Haus

Frau und Herr Burgbacher aus Malmsheim erhielten am 11.05.2018 eine Plakette, die sie gerne an die Fassade ihres schönen Hauses anbringen.

 

In ganz Deutschland würdigt der NABU Naturschutzmacher, dass sich Schwalbennester in großer Zahl an oder in ihren Gebäuden befinden. Besonderes Engagement wird mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" belohnt.

 

 

 

Zur Verleihung der Plakette mit Urkunde kamen Udo Schäfer, Hans Riedling und Martina Riechert vom NABU Renningen/ Malmsheim zu Claudia und Tobias Burgbacher nach Malmsheim.

 

 

 

Hier ein kurzer Ausschnitt des Interviews mit den Eheleuten Burgbacher zu ihren Beweggründen Mauerseglerkästen und Kunstschwalbennester in enorm großer Anzahl an einer Seite ihres Hauses anzubringen:

 

Durch das Anlegen von zwei Teichen im Garten waren sogleich auch viele Insekten vorhanden, somit lag es nahe zunächst ein Schwalbendoppelnest anzubringen, welches ganz schnell belegt war.

 

Die Anzahl der unbeliebten Schnaken und zugleich der Stiche am Abend reduzierten sich.

 

Burgbachers fanden Gefallen an den Kunstflügen der Sommerboten und gaben noch mehr Schwalben eine Chance. Es kamen erneut Nester hinzu.

 

Als die Vogelgrippe grassierte fiel auf, dass in diesem Jahr unzählige Schwalben ein Nest suchten. Die Vermutung, die Burgbachers anstellten, war, dass womöglich viele Menschen ihre Nester aus Gründen der Angst vor Ansteckung entfernt hatten. à Dazu nachher noch mehr!

 

Somit brachten Burgbachers noch mehr Nistmöglichkeiten für neue Glücksbringer an.

 

Während eines Urlaubs in Kroatien begeisterten sich die zwei für Mauersegler. Im Laufe der Zeit fanden dann 32 Kästen für Mauersegler Platz  unterhalb der Dachrinnen. Herr Burgbacher äußerte dazu: „ Es ist eine Freude, wenn die Mauersegler in Kleingruppen mit Hochgeschwindigkeit durch die Lüfte schießen und mit ihren hellen Schreien die Luft erfüllen“ und fügte hinzu, dass seine Frau und er alle Tierfreunde animieren können mit geringem Aufwand solche Kästen an den Hauswände zu installieren, da sie von den Flugkünsten ihrer neuen Mitbewohner begeistert sein werden.

 

Selbstverständlich montierten  Burgbachers nach einer Renovierung und dem Anstrich der Fassade ihres Hauses wieder die Kästen und Nester.

 

 

 

Und nun zu interessanten Beobachtungen :

 

Im Jahr 2017 waren vier Schwalben vermutlich Opfer von Greifvögeln geworden. Ein merkwürdiges Verhalten `ihrer` Mauersegler viel dem Ehepaar danach auf. Tatsächlich sorgten sich die erwachsenen Mauersegler um die hungrigen Schwalbenwaisen und fütterten sie !!! Erfolgreich, da die Jungen ausgeflogen sein mussten. Bei der Reinigung der Nester waren keine am Hungertod gestorbenen Jungtiere zu finden.

 

 

 

Jetzt geht es aktuell weiter:

 

Am Morgen des 29.04.2018 war die erste eingetroffene Mehlschwalbe an einem Kunstschwalbennest zu sehen. Auch Mauersegler waren am strahlendblauen Himmel gesichtet worden. Herzlich Willkommen auch dieses Jahr!

 

 

 

Vielen Dank an Claudia und Tobias Burgbacher für ihr stetiges Engagement im Sinne eines praktizierten Tier- und somit Naturschutzes und dem ausführlichen Bericht.

 

 

 

Nun noch etwas zum Thema `Entfernen von Nestern`:

 

Schwalben gehören wie alle europäischen Vogelarten (Ausnahme: Straßentaube) zu den besonders geschützten Tierarten. Für sie gelten noch strengere Vorschriften als die des

 

§ 39 Bundesnaturschutzgesetz. Maßgeblicher Paragraf für die Schutzbestimmungen ist

 

§ 44 Bundesnaturschutzgesetz: Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten

 

Es ist verboten,

 

… wild lebenden Tieren … nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen … europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören … Fortpflanzungs- oder Ruhestätten … aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören …

 

(Hinweis des Landratsamtes Böblingen, Abt. Landwirtschaft und Naturschutz)

 

è Dem zufolge dürfen keine Schwalbennester abgeschlagen, bzw. entfernt werden!

 

 

 

Zum Schluss noch zwei Hinweise des NABU Renningen/ Malmsheim:

 

1.)    Kennen Sie schon die Internetseite „Artenschutz am Haus“ http://www.artenschutz-am-haus.de/ ? Dort sind fachliche und rechtliche Hintergründe erläutert, es werden verschiedene Tierarten vorgestellt, die am Haus leben und häufige Fragen von verschiedenen Gruppen beantwortet.

 

2.)    Es gibt eine NABU-Schwalben-Koordinationsstelle. Bei Fragen können Sie sich gerne an

 

NABU Brandenburg; Julia Ehritt; Lindenstraße 34; 14467 Potsdam // Tel. 0331-2015571 oder schwalben@NABU.de wenden.

 

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