Wissenswertes

Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln
Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Igelhilfe – aber richtig !

Winterschläfer lieben naturnahe Gärten

 

Unsere stacheligen Vierbeiner können Sie schützen, indem Sie eine naturnahe Gartengestaltung bevorzugen und damit das ganze Jahr über für einen geeigneten Lebensraum sorgen. Wie viele andere Arten zieht es auch Igel aus der ausgeräumten Landschaft zunehmend in menschliche Siedlungen. Hier finden sie in naturnahen Gärten und Parkanlagen Lebensraum, Nahrung und Unterschlupf. Die Insektenfresser sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie verzehren Laufkäfer, Larven, Insekten, Regenwürmer, Schnecken (das dürfte Ihnen ja gefallen) und Spinnen (auch das gefällt Ihnen vielleicht).

 

Im Herbst sind Tierfreunde oft verunsichert, ob sie scheinbar hilflose Igel in ihre Wohnung aufnehmen sollten.

 

Im Winter halten Igel einen Winterschlaf oder eine Winterruhe. Sie suchen bei Bodentemperaturen um 0° C ein Winterquartier auf. Erwachsene Igel wiegen je nach Jahreszeit und Geschlecht im Durchschnitt 1.000 Gramm. Bringen Jungigel Anfang November weniger als 500 Gramm auf die Waage sind sie als hilfsbedürftig einzustufen. U.a. sind Igel hilfsbedürftig, wenn

 

  • sie krank oder verletzt sind
  • sie tagaktiv sind (meistens sind sie dann abgemagert, haben hervorstehende Hüftknochen, eingefallene Augen)
  • sie nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufen (sie haben sich kein ausreichendes Fettpolster anfressen können)

=> Kranke oder verletzte Tiere bitte sofort zu einem Tierarzt bringen. Sie werden dort kostenlos behandelt.

 

Und nun kommen Sie ins Spiel: Es gibt also Pflegefälle. Bei unseren Recherchen zu diesem Artikel haben wir herausgefunden, dass es leider im Raum Renningen keine offizielle Igelbetreuung gibt, oder sie uns nicht bekannt ist. Falls doch, melden Sie sich bitte beim NABU Renningen- Malmsheim  (Kontaktperson: Udo Schäfer, Tel. 07159/ 34 29 oder Martina Riechert, Tel. 07159/ 16 71 41) falls nicht, folgt nun die Frage bzw. Bitte: Wären Sie bereit, haben Sie ausreichend Zeit und die Möglichkeit und würden Sie sich gerne des Themas annehmen und Renninger bzw. Malmsheimer Igelbetreuer/- in werden? Sie sollten als fachkundige Person Wert auf eine artgerechte Haltung legen und eine Art Igelstation aufbauen.  Auch dann melden Sie sich bitte beim NABU. Zu erlernen ist auch diese Materie und wir unterstützen Sie gerne dabei.

 

Ansonsten gilt für hilfsbedürftige Igel:

 

  • es eignet sich zur Fütterung nicht verderbliches Hundetrocken- oder Softfutter (ausschließlich) à bitte keine Speisereste, Dosenfutter oder Katzenfutter geben!
  • als Getränk Wasser oder ungesüßter Fenchel- oder Kamillentee (mit einer Plastik- Einwegspritze - ohne Nadel-)à bitte keine Milch reichen!
  • unterkühlte Igel auf eine handwarme handtuchumwickelte Wärmflasche legen
  • erholt sich der Igel nicht innerhalb einiger Stunden, sollten Sie so bald wie möglich einen Tierarzt oder eine Igelstation aufsuchen
  • gesunde Igel umgehend freilassen an der Stelle an der Sie ihn gefunden haben

 

Weiterhelfen kann Ihnen auch die Internet- Seite: www.pro-igel.de.

 

Beratend zur Verfügung steht: Frau Anne Mäckelburg aus Weil der Stadt, Tel.: 07033/ 23 50.

In Abwesenheit von Frau Mäckelburg : Vom NABU: Udo Schäfer, Tel. 07159/ 34 29 oder  Martina Riechert, Tel. 07159/ 16 71 41.    

 

Verletztes Tier gefunden   Was nun?

 

 

 

Der Schutz der Natur ist in Deutschland gesetzlich verankert.

 

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche hat sich innerhalb von 60 Jahren mehr als verdoppelt.

 

Das Verkehrsaufkommen hat sich seit 1975 vervierfacht. Somit wandern viele Tierarten in unsere Kulturlandschaft, um Nahrung aufzunehmen, Schlaf- oder Ruheplätze aufzusuchen oder sich fortzupflanzen. Aus den genannten Gründen kommt es leider immer öfter zu Wildunfällen.

 

Mittlerweile gibt es ein internetbasiertes Tierfund- Kataster (www.tierfund-kataster.de) mit dem zentral, bundesweit und ortsgenau eine Erfassung von Wildunfällen möglich ist und eine Auswertung erfolgen kann, um Unfallschwerpunkte zu beseitigen und Verkehrswege wildtierfreundlicher gestalten zu können.

 

Eine entsprechende kostenfreie App für Smartphones steht zur Verfügung.

 

 

 

Was können Sie tun wenn Sie ein verletztes oder totes Tier gefunden haben?

 

 

 

Bei Wildtierunfällen gilt:

 

 

 

o   Polizei anrufen. Zuständig ist:

 

  • für den Landkreis Böblingen das Polizeipräsidium in Ludwigsburg, Tel.: 07141/ 189
  • für den Bereich Renningen das Polizeirevier in Leonberg, Tel.: 07152/ 60 50
  • oder Sie wählen bzw. tippen die Nummer 110.

 

o   Die Polizei verständigt den zuständigen Jagdpächter und kommt schnell zum Unfallort, um

 

1.       das Tier von seinem Leid zu erlösen bis der Pächter eintrifft und

 

2.       den Unfall aufzunehmen.

 

 

 

Beim Auffinden eines verletzten Tieres gilt:

 

 

 

  • Verletzte Tiere schleppen sich oft in den schützenden Wald.
  • Die Pächter der einzelnen Jagdreviere im Wald sind ehrenamtlich tätig.
  • Somit gilt auch hier: Polizei anrufen, da Sie über die Polizei die Telefonnummern des Pächters erfahren, oder die Polizei den Pächter gleich informiert. Eine genaue Standortbeschreibung muss der Polizei gegenüber erfolgen, damit der richtige Bezirk ermittelt werden kann und somit feststeht welcher Pächter kontaktiert werden muss.

 

 

Wir bedanken uns für Ihr Interesse und freuen uns, wenn Sie verletzte Tiere nicht einfach links liegen lassen - oder auch rechts -.

Sächsische Wespe, Foto: Peter Brixius
Sächsische Wespe, Foto: Peter Brixius

Wespen und Hornissen im Anflug

 

 

 

Ruhe bewahren ist die beste Reaktion!

 

 

Zu unseren Wespen:

 

Von den 8 Wespenarten in Mitteleuropa interessieren sich nur die Deutsche und die Gemeine Wespe für Kaffeetisch oder Grillgut. Dann heißt es Ruhe bewahren und hektische Bewegungen vermeiden. Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Stiche enthalten oft kein oder wenig Gift, da dies dosiert werden kann. Die Hautflügler haben, wie unsere Vögel auch, immer mehr Probleme geeignete Nistmöglichkeiten zu finden. Schnell nutzen sie dann Ersatzlebensräume, wie Rollladenkästen, Schuppen und Hohlräume im Dach und hinter Fassaden. Hier ist wichtig anzumerken, dass vorhandene Nester nicht wiederbesiedelt werden und mögliche Zufluglöcher über den Winter verschlossen werden können. Die in der Regel unaufdringlichen Wespen werden häufig nicht umgesiedelt und die Feuerwehr ist für derartige Fälle nicht zuständig. Dazu später mehr.

 

 

Zu unseren Hornissen:

 

Der Stich einer Hornisse - Hornissen sind übrigens die größten staatenbildenden Insekten Mitteleuropas – ist nicht gefährlicher als der Stich einer Biene, Wespe oder Hummel. Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein. Ein Hornissenvolk existiert ungefähr 6 Monate: von Anfang/ Mitte Mai bis zu den ersten Nachtfrösten im Spätherbst. Wenn Sie keinen Besuch von Hornissen im Haus haben möchten, dann verzichten Sie auf nächtliche Beleuchtung bei geöffnetem Fenster. Allerlei Insekten und Hornissen sind nachtaktiv. Wie bei den Wespen wird ein verlassenes Nest im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Ein Hornissennest sollte erst im nächsten Frühjahr entfernt werden, da andere Insekten z.B. nützliche Florfliegen (Blattlaus-Vernichter) das Nest zum Überwintern nutzen.

 

 

Zur Umsiedlung in Notfällen:

 

Telefonische Beratung:

 

Landratsamt Böblingen, Naturschutzbehörde, Tel.: 07031/ 663 -2330 oder 663 -2331.

 

Hier können bereits die meisten Fragen beantwortet werden.

 

Ehrenamtliche Fachberater für Fragen vor Ort:

 

Frau Bosch aus Sindelfingen, Tel.: 07031/ 81 23 26

Herr Böhmler aus Weil der Stadt, Tel.: 07033/ 64 67  

Rotkehlchen Jungvogel, Foto: Gaby Schröder
Rotkehlchen Jungvogel, Foto: Gaby Schröder

Jungvogel gefunden   Was tun?

 

 

 

Jungvögel sollten nicht in menschliche Obhut genommen werden!

 

Nestlinge (hier: Nachwuchs der Vögel – Nesthocker) sind oft ungeduldig und möchten ihren Eltern entgegen hüpfen und verlassen somit das Nest oder purzeln einfach heraus. Von uns Menschen werden sie dann als scheinbar schutzlos aufgefunden, da sie noch nicht fliegen und noch nicht Futter suchen können.

 

Am besten helfen Sie, wenn Sie einen Nestling gefunden haben, indem Sie den Piepmatz an der aufgefundenen Stelle zurück ins Nest setzen. Wenn das Nest nicht zu finden ist oder sich zu hoch im Baum befindet, bitte setzen Sie ihn auf eine Astgabel oder ähnliches. Die sorgsame Mutter kümmert sich sehr gut um ihren Nachwuchs. Sie müssen dann keine Bedenken haben, dass die Elterntiere ihre Nachkommenschaft, auf Grund des Körpergeruchs von Ihnen, nicht mehr annimmt. Im Reich der Vögel sind es lediglich Geier, die sehr gut riechen können (sie riechen den Aasgeruch verendeter Tiere).

 

Wir bedanken uns dafür, wenn Sie bereits einen Jungvogel gerettet haben und freuen uns sehr, wenn Sie zurzeit bereit sind dieses zu tun.

 

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